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Stipendien

Der Club SI Luzern vergibt unter den nachfolgenden Voraussetzungen Stipendien an Frauen. Diese Stipendien haben zum Ziel, qualifizierten Frauen eine Weiterbildung, Ausbildung oder Umbildung ganz oder teilweise zu finanzieren, um ihnen einen Eintritt oder Wiedereintritt ins Berufsleben und damit zukünftig eine sichere finanzielle Existenz zu ermöglichen.

Folgende Voraussetzungen müssen u.a. für einen Stipendienantrag erfüllt sein: 

  • Profil der Stipendiatin: i.d.R. Mindestalter 25 Jahren bei Ausbildungsbeginn, Wohnsitz Zentralschweiz
  • Angabe der Art der Ausbildung (Weiterbildung, Umschulung, existenzsichernde Erstausbildung)
  • Fehlen anderweitiger Finanzquellen (Clubstipendium ist subsidiär)

Treffen diese Voraussetzungen bei Ihnen zu und haben Sie Interesse, dann nehmen Sie bitte mit uns per E-Mail  Kontakt auf.

«Operndirigentin werden ist mein Traum»

Der Club Sorop Luzern hat die Pianistin Alina Tlushch auf dem Weg zu ihrem Traum begleitet und finanziell unterstützt. Sie bedankt sich mit einem Benefizkonzert, dessen Erlös wiederum dem Stipendienfonds zugutekommt.

Die Oper habe sie anfänglich nicht geliebt. Kammermusik war Alina Tlushchs Leidenschaft, bis sie ihren damaligen Freund und jetzigen Ehemann, einen Bariton, kennenlernte und nicht nur ihn, sondern auch die Oper lieben lernte. Durch ihre Arbeit als Korrepetitorin packte sie das Virus und ihr wurde klar, dass ihr Weg als Pianistin weiterführt Richtung Dirigentenpult. «Ich möchte Opern dirigieren.» Zu ihrem Traum ist Alina Tlushch unterwegs im Wissen, dass er für junge Frauen mit diesem Ziel schwierig ist.  

Alina Tlushch kommt aus Donezk in der Ukraine. Als der Krieg die Region erreichte, zog sie weiter an die Nationale Musikakademie Lviv, um ihr Studium als Pianistin und Opernkorrepetitorin abzuschliessen. Über Warschau fand sie den Weg in die Schweiz, wo sie zunächst eine Stelle in Zürich und dann am Luzerner Theater fand. Dort arbeitet sie seit 2023 als Solokorrepetitorin.

Studium an der ZHdK

Dirigieren bedeute Haltung, sagt Alina Tlushch, Energie weiterleiten durch Gestik und Ausdruck, in Kommunikation mit dem Orchester, den Sängerinnen und Sängern treten.  Das fasziniert sie. An der Zürcher Hochschule der Künste fand sie ein passendes Angebot. »Es ist ein gutes Konzept und mit Iwan Wassilevski habe ich den besten Lehrer.» Obwohl das Studium berufsbegleitend ist, brauchte Alina Tlushchs finanzielle Unterstützung und wandte sich an den Stipendienfonds unseres Clubs. Von Frauen des Clubs wurde sie darüber hinaus beraten und begleitet. Begleitet bis nach Sofia in Bulgarien, wo sie im Rahmen eines Masterkurses ein grosses Orchester dirigierte. «Das Stipendium war eine wichtige Weichenstellung auf dem Weg zu meinem Traum», sagt Alina Tlushch. Genauso wichtig sei jedoch auch die menschliche Unterstützung, die Zeichen, dass man an sie glaube. «Das hat mich ermutigt, das Ziel Dirigentin anzugehen.»


«Marketing ist meine Passion»

Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um vorwärtszukommen. Das ist Sibylle Bütlers Erkenntnis auf ihrem Weg zur Marketingmanagerin. Unterstützt wurde sie dabei vom Club Sorop Luzern.

«Ich war sehr stolz, als ich nach der dreijährigen Ausbildung mein Diplom in Händen hielt.» Damit habe sie einen wichtigen Meilenstein erreicht und der Weg dahin sei ein guter Lernblätz gewesen, sagt Sibylle Bütler rückblickend. Dass sie durchhielt, nicht aufgab, ist ihrer Zielstrebigkeit zu verdanken.

Zurückstecken, um weiterzukommen

Ihre berufliche Laufbahn beginnt im Detailhandel, in einem Bereich, der zunehmend rationalisiert und automatisiert wurde. Sibylle Bütler kämpfte mit ihrer Motivation. «Ich musste mir ernsthaft Gedanken über meine berufliche Zukunft machen.» Ein Licht ging ihr auf an einem Informationsanlass zur Marketingmanagerin. Kreativität, Menschen verstehen, mit Menschen zu tun haben. Das war es. Sibylle Bütler hat diese Aussicht sofort gepackt und ernüchtert. Denn für ihr grosses Ziel fehlte ihr die Ausbildung. Der Kanton lehnte ein Stipendium ab und so landete sie bei unserem Club, der die Studiengebühren übernahm. Um mit ihrem Praktikumslohn drei Jahre durchzuhalten, schränkte sie sich ein, wo immer es möglich war. «Manchmal braucht es einen Schritt zurück, um vorwärtszukommen.» Der Schritt zurück hat sich gelohnt, auch wenn es Durststrecken zu überwinden galt.

Finanziell und menschlich gewonnen

«Das Stipendium war für mich mehr als eine finanzielle Hilfe. Es war ein Vertrauensvorschuss, der mich angespornte, das Beste aus dieser Chance zu machen», schreibt Sibylle Bütler in ihrem Abschlussbericht. Die Ausbildung habe ihr Werkzeuge, Wissen und vor allem Selbstvertrauen für ihre berufliche Zukunft gegeben.
Zurzeit bereitet sich Sibylle Bütler auf einen weiteren Schritt in ihrer Karriere vor. Ein neues Angebot ermöglicht ihr, als Projektleiterin in einer Marketingagentur einzusteigen. Eine Förderung, wie sie sie habe erleben dürfen, habe sie beruflich wachsen zu lassen und sei unglaublich wertvoll.